Die älteste Kultur der Welt

Die Hüter Australiens

Was verändert sich, wenn Ihnen jemand die Landschaft zeigt, dessen Familie seit Generationen mit ihr verbunden ist? Ein Weg durch den Busch, Pflanzen am Wegesrand, bestimmte Orte bekommen eine Geschichte und eine Bedeutung. Aboriginal Peoples leben seit mindestens 65.000 Jahren in Australien. Gemeinsam mit den Torres Strait Islander Peoples bilden sie die ersten Völker des Landes. Ihre Verbindung zu Land und Gewässern prägt ihr Leben bis heute.

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Rituale und Traditionen mit uraltem Ursprung

Ihr Guide bleibt an einer Pflanze stehen. Sie wären vermutlich daran vorbeigegangen. Doch während er erzählt, erfahren Sie, wie seine Gemeinschaft sie nutzt und welches Wissen darüber von Generation zu Generation weitergegeben wird. Solche Momente schätzen unsere Reisenden, die Australiens indigene Kulturen kennenlernen möchten: draußen, im Gespräch mit Menschen, die von ihrer eigenen Heimat erzählen.

Für viele Aboriginal und Torres Strait Islander Peoples sind Land, Gewässer, Tiere und Pflanzen eng mit ihrer Identität verbunden. Daraus erwächst auch die Verantwortung, für sie zu sorgen. Wie diese Verbindung gelebt wird, unterscheidet sich von Gemeinschaft zu Gemeinschaft.

Diese Verbundenheit können Sie auch in ihren Flaggen erkennen. Die Flagge der Aboriginal Peoples zeigt Schwarz für die Menschen, Rot für die Erde und den bei Zeremonien verwendeten Ocker sowie einen gelben Kreis für die Sonne. Die Torres Strait Islander Peoples haben eine eigene Flagge: Grün steht für das Land, Blau für das Meer und Schwarz für die Menschen.

Aborigine-Mann lehrt Kind den Umgang mit einem Bumerang

Zurück in die Dreamtime, die Traumzeit

Wie sind die Berge, Flüsse und Tiere entstanden? Und welche Verantwortung haben die Menschen für sie? In vielen Aboriginal-Kulturen hängen diese Fragen eng zusammen. Die Antworten sind Teil des „Dreaming“, das oft als „Traumzeit“ übersetzt wird.

Die Traumzeit steht für die Schöpfung und die Zeit, in der Erde und Menschheit entstanden sind. Aboriginal und Torres Strait Islander People glauben, dass sie zum Ursprung der Schöpfung zurückkehren, wenn sie schlafen. Auch die Seelen ihrer Verstorbenen kehren in die Traumzeit zurück. Die “Dreamtime-Stories” werden seit jeher mündlich von Generation zu Generation weitergegeben, aber auch durch Musik und Felsmalereien zum Ausdruck gebracht.

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Am anderen Ende der Welt wartet so viel Einzigartiges auf Sie. Wenn Sie es entspannt entdecken und mit den Menschen vor Ort direkt in Kontakt kommen möchten, dann planen Sie Ihre Reise mit uns. Wir kümmern uns um alles Wichtige.

Australien New South Wales ngaran didgeridoo

Didgeridoo - das traditionelle Musikinstrument

Ein tiefer Ton setzt ein, verändert seinen Rhythmus und klingt ohne hörbare Atempause weiter. Wenn Sie einem Didgeridoo-Spieler zuhören, lohnt es sich, auch auf seine Atemtechnik zu achten: Er atmet durch die Nase ein, während er mit der Luft aus seinen Wangen weiterspielt.

Das Didgeridoo stammt aus den Aboriginal-Kulturen Nordaustraliens. Häufig wird es aus Eukalyptusholz gefertigt, dessen Inneres Termiten ausgehöhlt haben. Je nach Sprache und Gemeinschaft trägt es unterschiedliche Namen – bei den Yolŋu im nordöstlichen Arnhemland etwa „Yidaki“. Wenn Sie auf Ihrer Reise einem Musiker begegnen, fragen Sie ihn auch nach der Bedeutung des Instruments in seiner Gemeinschaft. So erfahren Sie mehr als nur, wie sein Klang entsteht.

"Wenn Ihnen ein Aboriginal Guide erzählt, was seine Heimat für ihn bedeutet, bekommen Felsen, Pflanzen und Wege eine Bedeutung, die Sie allein kaum erkennen würden."

Ein Lied als Landkarte: die Songlines

Ein Lied beschreibt einen Felsen, dann eine Wasserstelle und den Weg zum nächsten Hügel. Wer seine Bedeutung kennt, kann sich daran in der Landschaft orientieren. Auf diese Weise bewahren Songlines in vielen Aboriginal-Kulturen Wissen über Wege und Orte – und geben es von Generation zu Generation weiter.

Dabei erzählen die Lieder zugleich von den Reisen der Ahnenwesen, die im Dreaming das Land formten. Sie verbinden konkrete Orte mit Schöpfungsgeschichten und der Verantwortung, für diese Orte zu sorgen. Eine Songline ist deshalb viel mehr als eine Wegbeschreibung: Sie hält kulturelles Wissen und die Verbindung zur Heimat lebendig.

Wenn eine Wasserstelle versiegt oder ein bedeutender Ort zerstört wird, geht für die mit ihm verbundene Gemeinschaft mehr verloren als ein Teil der Landschaft. An solchen Orten hängen Geschichten, überliefertes Wissen und die Verbindung zu den Vorfahren. Sie lassen sich nicht einfach ersetzen. Deshalb bedeutet ihr Schutz auch, kulturelle Identität zu bewahren und Wissen an die nächste Generation weitergeben zu können.

Ein Paar Hände hält verschiedene Nüsse und Samen in der Hand, die im Wald gesammelt wurden

Mit der Natur verbunden: jagen, sammeln, bewahren

Welche Pflanzen sind essbar? Wann ist die richtige Zeit zum Fischen? Und wie lässt sich Feuer einsetzen, um eine Landschaft zu pflegen? Hinter diesen Fragen steckt Wissen, das Aboriginal und Torres Strait Islander Peoples über Generationen aufgebaut haben und bis heute nutzen. Bei einer Begegnung mit lokalen Gastgebern können Sie einen Einblick bekommen, wie genau sie ihre Heimat kennen.

Die Lebensweisen unterscheiden sich je nach Region und Gemeinschaft. Zur traditionellen Nahrungsversorgung gehören Jagd, Fischfang und das Sammeln von Pflanzen. Manche Gemeinschaften entwickelten Fischfallen aus Stein; auf einigen Torres-Strait-Inseln wurden unter anderem Yamswurzeln angebaut. Das Land und seine Ressourcen wurden also auch gezielt gepflegt und bewirtschaftet.

Heute verbinden indigene Ranger überliefertes Wissen mit modernen Methoden. Sie kümmern sich um Land und Gewässer, schützen bedrohte Arten und bewahren kulturell bedeutende Orte. So bleibt dieses Wissen Teil des heutigen Lebens – und wird an die nächste Generation weitergegeben.

Indigener Guide in Australien hebt Pflanze hoch

Mündlich überliefertes Wissen

Die Art der Nahrung war abhängig von mehreren Faktoren: der Jahreszeit, dem bewohnten Gebiet und dem Alter der Menschen. In vielen überlieferten Erzählungen steckt das Wissen, an welchen Orten man am besten jagt, welche Pflanzen essbar sind oder zu welcher Zeit und an welchem Ort Wasser in der Wüste gefunden werden kann. Aboriginal und Torres Strait Islander People sehen sich seit jeher als integrierter Teil der Natur. In ihren Augen muss der ewige Kreislauf respektiert, gehütet und stets bewahrt bleiben.

Ein Aborigine-Führer steht in Westaustralien auf einem rot gefärbten Felsen über hellem Sand und deutet auf etwas in der Ferne.

Wiederversöhnung

Wenn Menschen Ihnen von ihrer Heimat erzählen, gehören manchmal auch schmerzhafte Familiengeschichten dazu. Wer Australiens indigene Kulturen kennenlernen möchte, sollte auch diesen Stimmen Raum geben. Denn die Folgen der Kolonisation reichen bis in das Leben heutiger Generationen hinein.

Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich der damalige Premierminister Kevin Rudd im Namen des australischen Parlaments bei den Aboriginal und Torres Strait Islander Peoples. Die Entschuldigung galt besonders den „Stolen Generations“: Menschen, die als Kinder durch staatliche Maßnahmen von ihren Familien und Gemeinschaften getrennt worden waren. Das öffentliche „Sorry“ war ein wichtiger Schritt, doch Versöhnung bleibt eine Aufgabe, die über diesen Tag hinausgeht.

Auf Ihrer Reise können Sie sich Zeit für diese Perspektiven nehmen. Besuchen Sie eine von indigenen Menschen geführte Galerie, entdecken Sie Ausstellungen zur Geschichte der Region oder kommen Sie mit einem lokalen Guide ins Gespräch. Dabei begegnen Sie Menschen, die selbst entscheiden, wie sie ihre Geschichte erzählen und welche Einblicke sie Ihnen geben möchten.

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Häufige Fragen zur Kultur und Vielfalt Australiens

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