Haben Sie schon mal von einem Fluss gehört, der die gleichen Rechte hat wie der Mensch? Vermutlich nicht, denn in Neuseeland wurde dem allerersten Fluss der Welt der gleiche juristische Status wie dem Menschen zugesprochen. Es handelt sich dabei um den Whanganui-Fluss auf der Nordinsel Neuseelands. Nach fast 150 Verhandlungsjahren hat der Maori-Fluss jetzt die gleichen Rechte, Pflichten und die gleiche Verantwortung wie die Neuseeländer. Der Fluss hat seine eigene juristische Identität.
Längster Rechtsstreit
Der Maori-Stamm der Whanganui Iwi, der den Fluss Te Awa Tupua nennt, hat seit 1870 für den neuen juristischen Status des Flusses gekämpft. Er hat sich für die Anerkennung seiner Verbindung zu dem Fluss eingesetzt. Für uns klingt dies vielleicht ein bisschen seltsam, doch der Maori-Stamm betrachtet den Fluss als lebenden Vorfahren und damit als Lebewesen.
Mit der endgültigen Entscheidung wurde der längste Gerichtsprozess in der Geschichte Neuseelands beendet.