Unsere Tipps zum sicheren Fahren im australischen Outback

09 März 2018

Das Outback in Australien erstreckt sich über beinahe ¾ des Kontinents. Abseits der schillernden Großstädte und belebten Küsten ist der Horizont endlos weit. Nur wenige asphaltierte Highways durchziehen die Landschaft. Auf ihnen donnern die Roadtrains mit bis zu 50 Meter Fahrzeuglänge entlang. Die Wildnis, Natur und Abgeschiedenheit des australischen Outbacks lassen viele von abenteuerlichen Roadtrips und Lagerfeuer-Romantik träumen.
Auf Sandpisten warten tolle Strecken für ein Abenteuer mit dem 4WD (Allradfahrzeug). In Gegenden, in denen die Kinder per Funk durch die “School of the Air” unterrichtet werden, wo Rinderfarmen so groß wie Belgien sind und der Royal Flying Doctor Service vorbeischaut, wenn ein Notfall eingetreten ist. Stellen Sie sich vor, Sie fahren innerhalb weniger Stunden vom quirligen Trubel am Flughafen durch den roten Sand der weiten Wüste oder über unbefestigte Straßen zu tiefen Schluchten, orangefarbenen Felsformationen, Wasserfällen, Flüssen und Aborigine-Gemeinden.

Die Sonnenuntergänge im Outback Australiens sind unvergleichlich

Warum Sie sich für eine Selbstfahrer-Tour im Outback gut vorbereiten müssen

Wenn Sie eine Fahrt durch das Outback planen, sollten Sie sich auf jeden Fall gut auf ein solches Abenteuer vorbereiten. Sorgen Sie für Ihre Sicherheit, damit Ihr Urlaubserlebnis ungetrübt bleibt und Sie lange von den schönen Erinnerungen erzählen können. Nehmen wir als Beispiel die Gibb River Road, die 660 Kilometer lange Route von Derby nach Kununurra (oder umgekehrt). Die Strecke durch die Kimberley-Region im Nordwesten Australiens birgt eine der schönsten, noch unberührten Gegenden weltweit. Obwohl sie in den letzten Jahren teilweise geteert, Abschnitte begradigt und Brücken über Flüsse gebaut wurden, zählt sie noch immer zu Australiens großen Abenteuer-Routen. Um hier zur nächsten Tankstelle zu gelangen, müssen Sie teilweise 300 bis 400 Kilometer zurücklegen. Auch Übernachtungsmöglichkeiten und Geschäfte liegen alles andere als an jeder Ecke. Um also eine Reise im australischen Outback sorglos antreten zu können, sollten Sie gut vorbereitet sein und ein paar wichtige Regeln beachten, wenn Sie unterwegs sind.

Wir haben die wichtigsten Regeln für das Fahren im Outback für Sie zusammengestellt:

Bei einer Reise im australischen Outback sind Sie oft auf langen, geraden Sandpisten unterwegs

Nehmen Sie ausreichend Trinkwasser und Vorräte mit

Sie träumen für Ihre Reise durchs Outback von einem 4WD (Allradfahrezug) mit einem Zelt auf dem Dach? Dann müssen Sie im Voraus Ihre Vorräte dafür einkaufen und planen, an welcher Stelle Sie diese wieder auffüllen können. Aber selbst wenn Sie von Unterkunft zu Unterkunft durch das Outback reisen, ist es ratsam, genug Vorrat für den Weg im Gepäck zu haben. Schließlich könnten Sie auf der Strecke ja eine Panne haben oder es stellt sich heraus, dass der Weg zum nächsten Laden doch länger ist als ursprünglich gedacht. Aber wie planen Sie richtig für Ihre Vorräte und wie viel sollten Sie mitnehmen? Hier ein paar Tipps:

  • In der Regel sollte man 4 Liter Trinkwasser pro Tag und Person rechnen. Füllen Sie bei jeder Möglichkeit, die sich Ihnen bietet, Ihre Trinkwasser-Vorräte wieder auf.
  • Ihr Lebensmittelvorrat sollte für mindestens 3 Tage reichen. Haben Sie immer ausreichend Wasser und Essen für diesen Zeitraum in Ihrem Fahrzeug. Gerade in abgelegenen Outback-Regionen können mehrere hundert Kilometer bis zum nächsten Roadhouse oder zur nächsten Tankstelle liegen.
Achtung vor wilden Tieren bei einer Fahrt im australischen Outback

Was tun bei einer Panne im australischen Outback?

Der wichtigste Tipp im Fall einer Panne: Bleiben Sie immer bei Ihrem Fahrzeug! Warum? Es ist einfacher, ein Auto als eine einzelne Person zu finden - Darüber hinaus bietet Ihr Wagen Schutz vor der intensiven Sonne. Üben Sie sich bereits zu Hause im Reifen wechseln und nehmen Sie immer ein Reserverad für die Fahrt im Outback mit sich. Für wirklich abgelegene Regionen ist es sogar empfehlenswert, 2 Reserveräder mitzunehmen. Denn auch zur nächsten Werkstatt können es mehrere hundert Kilometer sein. Rechnen Sie auch immer damit, dass Ihnen der Treibstoff ausgehen könnte. Manchmal biegt man doch für den ein oder anderen ungeplanten Ausflug rechts oder links der Straße ab und fährt mehr Kilometer als ursprünglich geplant. Oder Ihr Fahrzeug verbraucht mehr als Sie denken. Wappnen Sie sich! Führen Sie stets 1 oder 2 volle Benzinkanister auf der Fahrt mit sich und füllen Sie diese - ebenso wie Ihre Wasservorräte - bei jeder Gelegenheit, die sich bietet, wieder auf. Sie sollten an jeder Tankstelle, an der Sie vorbeikommen, jedes Mal voll tanken. Im Outback gibt es schließlich nicht regelmäßig Gelegenheit dazu.

Für eine Fahrt im australischen Outback benötigen Sie ein Allradfahrzeug

Tiere, Hindernisse und Gegenverkehr - wie verhalte ich mich?

Schafe, Rinder, Kängurus, aber auch Kamele streifen frei im Outback Australiens herum. Seien Sie wachsam, sobald Sie Tieren auf der Strecke oder entlang des Weges, begegnen. Fahren Sie langsam und lassen Sie die Tiere an sich vorbeiziehen. Sie haben schließlich Zeit! Eine Regel, die Sie übrigens beim Fahren in allen Regionen Australiens beachten sollten (außer in städtischen Gebieten) ist: Fahren Sie nicht bei Dämmerung und in der Dunkelheit. Das ist die Zeit, in der die Tiere am aktivsten sind und unerwartet vor Ihr Auto springen könnten. Fahren Sie generell im Outback mit einer mäßigen Geschwindigkeit. Sie sollten immer in der Lage sein, vor einem auftauchenden Hindernis in ausreichendem Abstand zu halten. Einige Straßen oder Strecken bieten gerade ausreichend Platz für ein Auto. Kommt ein Fahrzeug entgegen, sollten Sie bei langsamer Geschwindigkeit Platz machen. Fahren Sie bei Ihrem Ausweichmanöver zu schnell, könnten Sie ins Schlingern geraten und einen Unfall verursachen. Achtung bei großen Lastwagen oder den wirklich beeindruckend langen Roadtrains, die im australischen Outback oftmals - vollbeladen - unterwegs sind. Sie sind die Könige der Straße. Machen Sie Platz und warten Sie in Ruhe ab, bis sich die rote Staubwolke wieder gelegt hat, die diese Riesen auf einer ungeteerten Straße verursachen. Setzen Sie Ihre Fahrt erst bei guter Sicht fort. Sie sollten einen Roadtrain auf einer ungeteerten Strecke auch niemals überholen. Der aufgewirbelte Staub verhindert die Sicht, die Sie für ein solches Manöver aber unbedingt benötigen.

Die Roadtrains in Australiens sind die Könige auf dem Highway

Auch die folgenden Punkte sollten Sie bei einer Reise in abgelegene Outback-Regionen Australiens beachten:

  • An- und Abmelden: In wirklich abgelegenen Regionen sollten Sie immer sicher gehen, dass Sie jemandem Bescheid geben, welche Route Sie fahren und wann Sie planen, an Ihrem Ziel ankommen. Bei Ankunft am Zielort melden Sie dann, dass Sie sicher angekommen sind, um eine unnötige Suchaktion zu vermeiden.
  • Fluss durchqueren: Versichern Sie sich vor dem Durchqueren eines Fluss, dass Ihr Fahrzeug für die aktuelle Wasserhöhe geeignet ist. Bei einem 4WD darf diese in der Regel 50 cm nicht überschreiten. Sobald das Wasser zu schnell fließt und Sie auch nicht mehr zu Fuß durchwaten können, weil die Strömung zu stark ist, bleiben Sie mit ihrem Fahrzeug lieber auf der sicheren Seite.
  • Permits: Im australischen Outback gibt es Regionen, die ausschließlich privates Land der Aborigines sind und sie dürfen es nur mit einer sogenannten “Permit” befahren. Für die Kimberley-Region erhalten Sie diese beispielsweise im Vorfeld beim Department of Aboriginal Affairs. Dort muss die Erlaubnis online beantragt werden und es dauert üblicherweise 1 bis 2 Tage bis Sie die Genehmigung erhalten. Manchmal müssen Sie aber auch länger darauf warten. Informieren Sie sich also bereits in der Planungsphase ausreichend darüber, damit Ihnen die notwendigen Permits für Ihre Urlaubsreise vorliegen und Sie nicht vor Ort enttäuscht werden, weil sie umplanen müssen.
  • Privatgelände: Wenn Sie im Outback Australiens unterwegs sind, ist es oftmals nicht möglich zu erkennen, ob Sie gerade über privates Gelände fahren oder nicht. Beispielsweise gibt es Farmland, das sich über ein Areal ausdehnt, das größer als die Landesfläche von Belgien ist. Offizielle Straßen können dabei über dieses Privatgelände führen. Es ist erlaubt, diese Straßen zu befahren, aber nicht das Gelände rechts oder links der Strecke, ohne vorher die Einwilligung des Eigentümers zu erfragen.
  • Wetterlage und Straßenzustand: Informieren Sie sich vor dem Losfahren über die aktuelle Wetterlage und den aktuellen Straßenzustand auf Ihrer Route. Buschbrände oder heftige Regenfälle können dafür sorgen, dass Strecken plötzlich unpassierbar sind und Sie Umleitungen fahren müssen, die mehr Zeit kosten und Treibstoff verbrauchen. Oder Sie müssen wieder umkehren, weil die Strecke überhaupt nicht passierbar ist.
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