Northland – vergessene Perle Neuseelands

22 Oktober 2014

Die Töne und Gesänge der Maori weben einen mystischen Klangteppich um uns herum. Ich hatte mich etwas zurückfallen lassen, um den Blick ins tiefe Grün des Regenwaldes zu genießen, und schließe nun mit ein paar schnellen Schritten zur Gruppe auf. Von der nächsten Geschichte will ich keine Silbe verpassen. Die Stimme der Maori ist tief, geradezu den Legenden entsprungen und wunderbar zu verstehen. Sie schien uns mitten in die Stammesgeschichte hinein zu versetzen. Ein wirklich magischer Ausflug, der mir lange in Erinnerung bleiben wird, obwohl ich so viele Geschichten und Legenden schon kenne.

Keiner aus der Gruppe kann sich der nächtlichen Stimmung im Zwielicht des Waldes und dem Bann der Gesänge und Gebete entziehen. Wir alle stehen tief gefesselt da und die übrige Welt scheint noch weiter weg zu rücken. „Foot Prints“, so der Name für diese außergewöhnliche Nachtwanderung mit den Maoris legt tatsächlich eine Spur ins Reich der Legenden und Geschichte der Ureinwohner Neuseelands. Daneben beeindruckt Omapere – ein altes, fast vergessener Stück Regenwald – mit seinen Baumfarnen und bis zu 1000 Jahre alten Baumriesen, den Kauribäumen. Was könnten diese wohl für Geschichten erzählen?

Aus Meer, Wald und Wellen geboren

Das Northland erstreckt sich vom Cape Reinga an der Spitze der Nordinsel bis mehr als 300 Kilometer hinunter in den Süden. Obwohl ich diesen äußersten Zipfel Neuseelands eher als entspannten Ausklang meiner Reise gewählt habe, entpuppen sich die letzten Tage noch einmal als eine kleine Perlenkette verblüffender, ja fast magischer Erlebnisse.

Die Ostküste bietet eine Reihe bezaubernder Badestrände. Bei Kerikeri kann ich Delfine vom Strand aus beobachten und entdecke in der Ferne eine Walmutter mit Kind. Der lange Sandstrand läd zum Wandern, Verweilen und Durchatmen ein, eine willkommene Oase nach all der bewegten Zeit zuvor.

Eine besondere Perspektive ermöglicht mir ein Tag mit einem Kamerateam von Flying Media. Ich darf das Team in eine meiner Lieblingsunterkünfte begleiten: Die Takaou River Lodge, eine ökologische Farm, die ihren Gästen eine wirklich traumhafte Kulisse bietet. Kleine Cottages liegen eingebettet in das hügelige Grün eines weitläufigen Areals, durch das sich ein kleiner Fluss seinen Weg bis zur Mündung ins Meer sucht. Wer will, kann auf Kajaks bis ins Meer hinaus paddeln. Eine besondere Attraktion sind die vielen kleinen Badewannen, die hier und dort mitten ins Grün eingelassen sind und mit warmen Wasser zum Entspannen und Genießen einladen. Alles strahlt eine warmherzige, einmalige Atmosphäre aus. Die Dreharbeiten selbst fordern unsere volle Aufmerksamkeit, doch am Abend lehnen wir uns stolz und zufrieden zurück. Sehen Sie hier ein paar erste Impressionen.

Vielfalt, die beeindruckt

Es sind vor allem die Gegensätze und Kontraste der Landschaft, die auf so kurzen Distanzen in immer neue Welten entführen, in ihrer Andersartigkeit erstaunen und berühren. Auf jeder meiner Reisen entdecke ich neue hinreißende Ecken und erliege der Faszination Neuseelands immer mehr.

Während die Ostküste in Northland etwa mit üppigen Grün und weiten Sandstränden zur Erholung einläd, wartet die Westküste mit wild zerklüfteten Buchten und einer weiteren, eher kargen Attraktion auf: „Sand Trails“, die Sanddünen vor Hokianga bieten eine fast sahara-artige Landschaft und faszinieren mit immer neuen Schattierungen an Rot, Gelb und Beige. Mit Strandbuggys lassen sich die Sandformationen erkunden und ich erlebe regelmäßig, wie Erwachsene wie auch Kinder voller Begeisterung von dieser Aktivität zurückkommen und ins Schwärmen geraten. Dieses Mal muss ich diese Aktivität leider ausfallen lassen, dafür erwartet mich noch ein ganz besonderes Highlight.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Bei all der Abwechslung ist der Norden noch immer ein eher vernachlässigtes Reisegebiet. Ich persönlich kann Ihnen diese Region nur wärmstens empfehlen. Nicht zuletzt, weil sie zum Reisen die größte Wettersicherheit bietet – und als Weinanbaugegend für Weinliebhaber abends auch so manchen guten Tropfen bietet. Wunderbar zum Relaxen und Ausspannen etwa am Ende einer Rundreise oder für einen gemütlichen Start. Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gern beim Zusammenstellen Ihrer persönlichen Route.

Ihr Martin Klug - Reiseimpressionen aus April 2014