Laurens Tips für einen Besuch Nordwest-Australiens

Motorrad-Reise durch den Nordwesten Australiens
05 November 2015

Laurens reiste von März 2007 bis Februar 2008 ein Jahr lang durch Australien. Er wollte dabei alle unberührten, nicht (zu) touristischen Ziele des Landes sehen. Diese Vorgabe brachte ihn von Ende September bis Mitte Oktober auf den Weg von Darwin nach Broome, also in den Nordwesten Australiens. Er teilt hier gerne seine Tipps mit Ihnen:

Dies war meine dritte Reise nach Down Under, und da ich ein begeisterter Motorradfahrer bin und ein begrenztes Budget hatte, entschied ich mich, diese Reise mit dem Motorrad zu machen. Mit diesem Ziel vor Augen habe ich beschlossen, in den Niederlanden ein Offroad-Motorrad zu kaufen und es für meine Reise vorzubereiten, um die Möglichkeiten eines 4WD, aber nicht die Kosten zu haben.

Reiszeitraum

Angesichts der bevorstehenden Regenzeit habe ich mich entschieden, spätestens Ende September von Darwin loszufahren. Eine frühe Regenzeit und die tropischen Regenfälle, die damit einhergehen, können ein Risiko darstellen, da bei diesem Regen viele Schotterstraßen unpassierbar sind. Die Regenzeit ist hier als "the wet" bekannt und von entscheidender Bedeutung für die Planung Ihrer Reise.

Nordwest-Australien per 4-Wheel-Drive

Die Straßen in Australien sind um die dicht besiedelten Gegenden gut und zum größten Teil asphaltiert. Der Norden, die Mitte und der Westen sind allerdings sehr dünn besiedelt, und hier bestehen die meisten Wege aus sogenannten Schotterstraßen von sehr unterschiedlicher Qualität.

Aus meiner Sicht ist ein 4WD (oder Motorrad) der einzig richtige Weg, diesen Teil von Australien zu bereisen. Es gibt viele Menschen, die mit einem "normalen" Auto oder Camper zur Westküste fahren, doch da ist man auf die asphaltierten Straßen begrenzt und verpasst enorm viele Sehenswürdigkeiten.

Sehenswürdigkeiten in Nordwest-Australien

Eine der Attraktionen, die Sie nicht verpassen sollten, sind die spektakulären Twin und Jim Jim Falls im Kakadu National Park. Dies ist eine der typischen Sehenswürdigkeiten, für die ein vollwertiger 4WD benötigt wird. Die Sandpiste dorthin ist eng und verläuft durch eine Reihe von Flüssen.

Am Anfang des Kimberley befindet sich ein weiteres Highlight: Der beeindruckende Bungle Bungle National Park, der aus unregelmäßig geformten Sandsteinbergen in Bienenstockform besteht. Einer der spektakulärsten Orte, die ich je gesehen habe. Ich empfehle, hier zu übernachten, um am frühen Morgen bei Sonnenaufgang den Piccanniny Creek Walk in Angriff zu nehmen, zweifellos die schönste zu unternehmende Wanderung. Die Bungle Bungles sind nur mit einem 4WD erreichbar und es ist möglich, hier zu campen.

Der Kimberley ist auch als die letzte echte Wildnis Australiens bekannt, mit prächtigen Felsformationen und den charakteristischen Boab-Bäumen. Die Schotterstraße, die durch Kimberley verläuft, wird Gibb River Road genannt. Diese Straße verdankt ihren Namen dem Fluss, durch den sie führt, und sie ist fast 650 Kilometer lang. Dies ist ein langer und verlassener Weg, und es ist nicht ungewöhnlich, vier Stunden zu fahren nur ein entgegenkommendes Fahrzeug zu sehen.

Zu Beginn dieses Weges befindet sich das El Questro Homestead. Dieses Homestead hat eine Fläche von über 4.000 Quadratkilometern und war ursprünglich eine Viehstation, die im Jahre 1903 angelegt wurde. Sehenswürdigkeiten sind hier schroffe Sandsteinflächen, Regenwälder, tiefe Schluchten und spektakuläre Wasserfälle. Auch ist dies einer der wenigen Orte, der eine Unterkunft und einige Einrichtungen bietet, wie ein (kleines) Geschäft und die Möglichkeit zu tanken. Es lohnt sich auf jeden Fall, einige Tage in El Questro zu bleiben.

  • Twin Falls im Kakadu Nationalpark
    Twin Falls im Kakadu Nationalpark

Entlang der Gibb River Road gibt es mehrere Gelegenheiten kurze oder lange Wanderungen zu unternehmen. Übernachten kann man in Buschcamps, wo Ökotoiletten und Duschen zur Verfügung stehen. Essen und Trinken sollte man mitnehmen und Kraftstoff ist begrenzt verfügbar. Wenn man die Möglichkeit hat zu tanken, sollte man das immer tun. Außerdem benötigt man mindestens zwei Ersatzreifen und ein Satellitentelefon.

Auf halber Strecke der Gibb River Road befindet sich der Weg zu den Mitchell Falls. Dieser Weg ist nicht immer zugänglich, er ist als echte Herausforderung zu betrachten. Sollten Sie also die Möglichkeit haben, diese 80 Meter hohen Wasserfälle zu besuchen, empfehle ich Ihnen das. Es ist eine Übernachtung erforderlich, bei den Falls ist dies in einem Buschcamp möglich.

Am Ende des Gibb River kommen Sie zur Ortschaft Derby. Hier finden Sie mit 11,8 Metern den größten Unterschied zwischen Ebbe und Flut in Australien. Auch schön anzusehen ist der Boab Prison Tree, ein Boab-Baum, der tatsächlich als Gefängnis verwendet wurde.

Von Derby können Sie nach Broome weiterreisen, doch vor der Fahrt nach Broome empfehle ich einen Besuch von Cape Leveque. Cape Leveque liegt am nördlichsten Punkt der Dampier Peninsula, der Halbinsel zwischen Derby und Broome. Der Tourismus ist noch nicht bis hierher vorgedrungen, man findet vor allem Wildnis, wunderschöne Strände und Aborigines-Gemeinden wie Beagle Bay und Lombadina. Cape Leveque ist definitiv einen Besuch wert, vorrausgesetzt man fährt ein Allradfahrzeug und hat Lust auf Camping.

Broome ist ein touristischer Küstenort mit prächtigen Stränden, Cable Beach ist davon einer der bekanntesten. Der silberweiße Strand ist über 22 Kilometer lang und verdankt seinen Namen dem Telegrafenkabel, das dort 1889 Untersee verlegt wurde. Broome hat etwa 13.000 Einwohner, aber in der Hochsaison steigt die Anzahl der Menschen hier auf rund 40.000. Broome ist ein Paradies für Vogelliebhaber. Es lassen sich Tausende Zugvögel auf ihrer Reise vom Norden Asiens hier nieder. Sie können die Tiere am Broome Bird Observatory hautnah beobachten.

Reisen nach Nordwest-Australien

Wollen auch Sie dieses Gebiet besuchen? Ich empfehle ich Ihnen, eine Kombination aus Luxus- und Wildnis-Urlaub zu machen. In dieser Region ist die Reisezeit eindeutig eingeschränkt und die Gegend eignet sich besonders für eine Fahrt mit dem Geländewagen.

Ich rate Ihnen, die Sache ruhig anzugehen, damit Sie nach dem Flug die Zeit haben, sich umzustellen. Dann fahren Sie in die Wildnis, zum Beispiel mit einem 4WD oder Safari-Camper und beenden die Reise entspannt an der Küste von Queensland in einem Luxus-Resort. Wir helfen Ihnen gerne mit persönlicher Beratung.