Australiens alternativer Osterhase - der Bilby

12 April 2020

Schon mal von einem ‘Bilby’ gehört? Nein? Es ist ein niedliches, kaninchengroßes Beuteltier mit großen Ohren und einer langen, spitzen Nase. Vor langer Zeit hüpfte es in weiten Teilen Australiens herum. Doch die Ankunft der europäischen Siedler vor rund 250 Jahren brachte die Bilbies in Bedrängnis.

Städte und Farmen breiteten sich in ihrem Lebensraum aus. Füchse und wilde Katzen machten Jagd auf sie. Und zuguter Letzt verdrängten Kaninchen die Bilbies aus ihren vertrauten Höhlen. Schließlich war das possierliche australische Beuteltier mit den Hasenohren nur noch in abgelegenen Wüstenregionen in Western Australia, dem Northern Territory und in Queensland zu Hause.

1991 riefen gewiefte australische Artenschützer schließlich eine außergewöhnliche Aktion ins Leben, um auf die besondere Schutzbedürftigkeit der Bilbies aufmerksam zu machen: “Easter Bilby” statt Osterhase. Seither werden nun zu Ostern in Australien auch Schokoladen-Bilbys in die Regale der Supermärkte gestellt. Ein illustriertes Kinderbuch, in dem der gealterte Osterhase sein Zepter an den jungen Bilby weiterreicht, steht seit 1993 bei vielen australischen Familien im heimischen Bücherregal. Alle Jahre wieder suchen seither begeisterte Kinder zu den Ostertagen nach Schoko-Bilbies und die Hersteller der schokoladigen Osterhasen-Alternative spenden ihren Anteil für den Schutz des Kaninchennasenbeutlers. Happy “Bilby” Easter!

Bedrohte Arten zu schützen ist auch in Australien wichtig, denn Tiere wie das endemische Bilby definieren den Kontinent und seine einzigartige Tierwelt. 90 Prozent der australischen Fauna sind nirgendwo sonst auf der Erde zu finden. Die Australier sind stolz darauf und benennen deshalb ihre Sportmannschaften nach ihnen, setzen sie auf Geldscheine und nutzen sie als Wappentier.