Besondere Reisen nach Australien und Neuseeland
Aboriginal  Adventures  Rock  Art

Aborigine-Kultur und Geschichte

Wussten Sie, dass der Einfluss der westlichen Kultur in Australien gar nicht so lange her ist? Seit die ersten britischen Siedler nach Australien kamen, sind erst rund 230 Jahre vergangen. Davor lebten hier aber bereits seit mehr als 60.000 Jahren Menschen über den gesamten Kontinent verteilt. Sie sehen sich selbst bis heute als Hüter des Landes. Lesen Sie an dieser Stelle mehr über die Geschichte der Aborigines Australiens und darüber, wie Sie diese faszinierende Kultur heute noch erleben können.

Rituale und Traditionen der Aborigine-Kultur

Einer der charakteristischsten Unterschiede zwischen unserer westlichen Kultur und der Aborigine-Kultur Australiens ist, dass das Augenmerk in der westlichen Welt auf Materialismus, Wissenschaft und Kapitalismus liegt. Aborigines dagegen betrachten das Leben aus einem spirituellen Blickwinkel und kapitalistische Denkweise ist ihrem traditionellen Lebensstil bis heute fremd. Laut ihrer naturverbundenen Weltanschauung ist alles in einem ewigen Kreislauf miteinander verbunden: Von der Pflanzenwelt über die Tiere bis hin zum Wetter, dem Nahrungskreislauf und den Menschen. Diese Verbindung zwischen Himmel und Erde spiegelt sich auch in der Flagge der Aborigines wieder: Die obere Hälfte ist schwarz gefärbt und steht für die Bevölkerung der Aborigines, die untere rote Hälfte symbolisiert die rote Erde des australischen Kontinents. Der gelbe Kreis in der Mitte stellt wiederum die Sonne dar.

Dreamtime - Traumzeit

Die Kultur der Aborigines ist untrennbar mit der Natur verbunden. Diese zu bewahren und sich um ihren Erhalt zu kümmern, steht ganz oben im Weltverständnis der Ureinwohner Australiens. Einen ebenso wichtigen Stellenwert nimmt die “Dreamtime” ("Traumzeit") innerhalb der Rituale der Aborigines ein. Die Traumzeit steht für die Schöpfung und die Zeit, in der Erde und Menschheit entstanden sind. Die Aborigines glauben, dass sie zum Ursprung der Schöpfung zurückkehren, wenn sie schlafen. Auch die Seelen ihrer Verstorbenen kehren in die Traumzeit zurück. Die “Dreamtime-Stories” werden seit jeher mündlich von Generation zu Generation weitergegeben, aber auch durch Musik und Felsmalereien zum Ausdruck gebracht. Für das Musizieren ist das Didgeridoo das bekannteste Musikinstrument - ein langes ausgehöhltes Eukalyptusholz. Die ältesten Felsmalereien finden sich vor allem im Nordwesten Australiens und in Arnhemland, wo einige Kunstwerke bis zu 45.000 Jahre alt sind.

Walkabout

Eine weitere wichtige Tradition, die zur Kultur der Aborigines gehört, ist der “Walkabout”. Dabei macht sich ein männlicher Aborigine mit Hilfe eines gesungenen Liedes auf den Weg, um sein Land auf einem festgelegten Pfad zu durchwandern (“Songline”). Der Song weist mittels markanter Beschreibungen der örtlichen Landschaft den korrekten Weg. Auf diese Weise verbinden sich Aborigines mit ihrem ureigenen “Traumpfad” und ihrem Land. Diese traditionelle Wanderung beginnt spontan und kann Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, um auf den Spuren der Vorfahren zu wandeln. Heutzutage ist der Walkabout ein Ritual, durch das die Identität der Aborigine-Kultur bewahrt wird. Aufgrund Veränderungen in der Landschaft und der Natur ist es jedoch zunehmend schwer, diesen uralten Brauch aufrecht zu erhalten. Wenn beschriebene markante Stellen in der Natur wie Bäume, Felsen, Wasserlöcher etc. nicht mehr vorhanden sind, gleicht das einem Heimatverlust und einem Verlust der kulturellen Identität, der an heiligen Stätten besonders intensiv zum Tragen kommt.

Aboriginal Rock Art Australien Arnhemland

Jäger und Nomaden

Die Aborigines waren Jäger und Nomaden und lebten in ihrer Kultur hauptsächlich in kleinen Stämmen (“Clans”) von 5 bis 6 Personen bis hin zu Stämmen, die zwischen 30 bis 40 Mitglieder umfassten. Jeder Stamm gehörte zu einer breiteren Stammesgruppe (“Nation”), die in verschiedenen Regionen siedelten. In der Zeit vor der Kolonisation gab es 250 solcher Gruppen, die alle ihre eigene Sprache hatten. Es gab Kontakt untereinander und verschiedene Stämme trafen sich regelmäßig für festliche Zeremonien, zu rituellen Gefechten und Eheschließungen. Mit der Außenwelt und anderen Zivilisationen gab es so gut wie keinen Kontakt. Das Leben der Aborigines blieb bis zur Ankunft der Europäer im Jahr 1788 im Gebiet des heutigen Sydney ohne äußere Einflüsse. Die Aborigines betrieben nur in ganz wenigen Regionen Landwirtschaft im kleinen Maß. Traditionell jagte man Tiere mit dem Boomerang oder einem Woomera (eine Erweiterung des Speerwerfens). Für die Jagd und die Zubereitung der erbeuteten Tiere waren die Männer zuständig. Die Frauen sammelten Pflanzen, Wurzeln und Beeren und kümmerten sich um die Familie. Die Art der Nahrung war abhängig von mehreren Faktoren: der Jahreszeit, dem bewohnten Gebiet und dem Alter der Menschen. In vielen überlieferten Erzählungen steckt das Wissen, an welchen Orten man am besten jagt, welche Pflanzen essbar sind oder zu welcher Zeit und an welchem Ort Wasser in der Wüste gefunden werden kann. Aborigines sehen sich seit jeher als Teil der Natur. In ihren Augen muss der ewige Kreislauf respektiert, gehütet und bewahrt werden.

Die Kolonisierung

Für Teile Westaustraliens gibt es überlieferte Zeugnisse, dass dort bereits vor dem 18. Jahrhundert europäische Seefahrer vereinzelt Kontakt mit örtlichen Aborigine-Stämmen hatten. Die Geschichte der Aborigines nahm aber erst 1788 eine frappierende Wende, als die Briten den Kontinent Australien als Sträflings-Kolonie vereinnahmten. Ein trauriges Kapitel begann, denn von diesem Zeitpunkt an wurde ihre jahrtausende alte Kultur mehr und mehr missachtet. Ein großer Teil der Aborigine-Bevölkerung wurde getötet oder starb durch Krankheiten, die mit den Europäern ins Land kamen. Die überlebenden Aborigines brachte man 1840 in Reservaten unter oder ließ sie auf Farmen und in Minen wie Sklaven arbeiten. Ihnen wurde verboten, ihre eigene Sprache zu kultivieren und sie an ihre Kinder weiterzugeben. In den 50er Jahren mussten sich Aborigines schließlich voll und ganz an das Leben der Westler anpassen. Aborigine-Kinder wurden ihren Familien entrissen und in christliche Kinderheime gesteckt. Seit dieser Zeit führten immer wiederkehrende Proteste dazu, dass Aborigines eine Reihe ihrer Territorien zurück erhielten. Dennoch kämpfen sie bis heute um ihre Rechte.

Wiederversöhung

Im Jahr 2008 entschuldigte sich der damalige australische Premierminister Kevin Rudd zum ersten Mal öffentlich gegenüber den Aborigines und den Torres Straites Islanders für alles Erlittene und Erduldete. Die Kultur der Aborigines gilt als eine der ältesten der Erde und es gelingt den Ureinwohnern Australiens seit diesem historischen "Sorry" im Jahr 2008 immer besser, die alten Traditionen wieder öffentlich zu leben und diese zu teilen.

Erleben Sie die Aborigine-Kultur

'Storytelling', 'Songlines' und Traumpfade sind wichtiger Bestandteil des Aborigine-Weltbildes und wenn Sie Australien bereisen, können Sie die Legenden und Mythen, die seit "Anbeginn der Welt" überliefert werden, kennenlernen. Besuchen Sie heilige Stätten und tauchen Sie in die Traditionen dieses faszinierenden Volkes ein - es wird ein unvergessliches Reise-Erlebnis sein. Wenn Sie die Kultur der Aborigines so ursprünglich wie möglich erleben möchten, sollten Sie in den Norden Australiens reisen. In der Kimberley Region oder in Arnhemland östlich von Darwin können Sie die ältesten Felsmalereien finden oder sogar für kurze Zeit Teil einer Aborigine-Familie werden. Aber auch in den Küstenregionen und großen Städten gibt es die Möglichkeit, auf “Walkabout” mit Aborigines zu gehen. Im ganzen Land können Sie Kulturzentren besuchen und finden Ausstellungen über die Aborigine-Kultur in Museen. Wie wäre es beispielsweise, einen halben Tag mit den Aborigines am Great Barrier Reef jagen zu gehen? Ein paar Tage mit dem Kajak durch das Top End zu reisen oder sich für einen Tag auf eine Tour mit einem Aborigine-Guide durch den Litchfield und Kakadu Nationalpark zu begeben? Diese und viele andere Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie eine Reise mit TravelEssence unternehmen.

Es ist unsere Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, die uns - und damit auch Sie - zu gern gesehenen Gästen bei der einheimischen Bevölkerung machen. Wir sorgen dafür, dass Sie an den authentischsten Plätzen Australiens Urlaub machen können und die interessantesten Menschen kennen lernen. Kontaktieren Sie uns und wir unterbreiten Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot.

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